Der Schellenbaum.


Der Schellenbaum, der anlässlich des Schützenfestes bei der Parade am Montagmorgen durch die Ehrengarde dem Schützenzug voran getragen wird, hat eine lange Tradition, die es zu erhalten gilt.

Nun erstrahlt der Schellenbaum des Bürgerschützenvereins wieder in neuem Glanz! Das weit über 100 Jahre alte militärische Relikt wurde in  mühevoller Arbeit und mit einem nicht zu unterschätzenden Kostenaufwand restauriert. Dies war notwendig, da der Zahn der Zeit an diesem  erhaltenswerten Stück genagt hatte. Ein Fachmann wurde gefunden und beauftragt, der sich an die intensive Arbeit machte. Reinigung,  Ersatz von fehlenden Teilen sowie Ausrichtung der gesamten Statik wurden von ihm durchgeführt. Das Ergebnis hat aber diesen Aufwand  mehr als gerechtfertigt.
Am Mittwoch vor dem Schützenfest wird er durch die Ehrengarde geputzt und zusammengesetzt und so erfolgt schon die erste Einstimmung  auf das Ereignis Bürgerschützenfest.

Aussehen

Der Schellenbaum, der nicht nur wegen seiner Herkunft, sondern auch wegen seines Aussehens auch Halbmond oder Mohammedsfahne genannt wurde, ist ein zur Zeit der Türkenkriege in die deutschen Regimentsmusiken gekommenes, ursprünglich türkisches Rassel- oder  Klingelinstrument. An einer Tragestange mit Querhölzern und Querbügeln sind Schellen und Glocken befestigt, die beim Tragen während  eines Umzuges und/oder rhythmischem Auf- und Abbewegen klingen. Am oberen Ende befindet sich eine Art Feldzeichen - in Warendorf der  Adler und das Falltor in seinem Schnabel -. Darunter sind am liegenden Halbmondbügel meist bunte Pferdehaare (Rossschweif) befestigt und darunter wiederum eine Anzahl Querstreben mit den angehängten Klangkörpern über einer gleichartigen Kugel. An Gewicht erreicht ein üppiger Schellenbaum über zehn Kilogramm und eine Größe oft von über zwei Metern, sodass der Träger während eines mehrstündigen Parademarsches über eine ausreichende Konstitution verfügen sollte. Oft stehen ihm Helfer zur Seite, mit denen er sich abwechselt.

Herkunft

Der halbmondförmige Teil am oberen Teil der Tragestange weist als Herkunftsland auf die Türkei hin. In England heißt der Schellenbaum auch Turkish crescent, die Soldaten nannten ihn auch Jingling Johnnie. Der Ursprung selbst liegt vermutlich in China. Dort existierte bereits der "Chinesische Schellenhut" (französisch chapeau chinois).

Verwendung in anderen europäischen Truppen

Übernommen wurde zunächst die Blasmusik aus den Auseinandersetzungen der europäischen Staaten mit der Türkei. Den Schellenbaum übernahmen die preussischen Truppenteile erst, nachdem sie einen solchen in den Kriegen 1813/15 erobert hatten. Der Schellenbaum erlangte damit eher den Status eines Sieges- oder Ehreninstrument und diente als Feldzeichen. Diese Zeichen wurden bei Paraden den Befehlshabern vorangetragen und/oder anschließend vor ihren Zelten oder Unterkünften aufgestellt. Nach den Befreiungskriegen stifteten viele Städte den bei ihnen stationierten Einheiten Schellenbäume, welche später auf einen Erlass Kaiser Willhelm II. in den für Neuanschaffungen geltenden Bestimmungen vom 27. Januar 1902 hin vereinheitlicht wurden. Der Schellenbaum galt deswegen auch nicht als Instrument sondern als Siegestrophäe.

Weiterführung des Schellenbaums

In der Reichswehr wurden seitens der einzelnen Truppenteile die Tradition der voran getragenen Schellenbäume bei Präsentationen weitergeführt. Einheitliche Bestimmungen über Aussehen und Verwendung gab es auch bei der Wehrmacht. Auch in der Bundeswehr gehört der Schellenbaum mit schwarz-rot-goldenen Pferdehaaren aus Kunststoff und dem Bundesadler auf der Spitze zur Ausstattung eines Musikkorps.

 

 

 

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